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Go viral!

24.04.2012 | Keine Kommentare

Letztens im Internet.

Seit YouTube 2005 gegründet wurde, gehen sie durchs Netz und jeder kennt sie. Videos die zu Hypes werden und sich rasend schnell verbreiten. Facebook, Twitter und Co haben noch maßgeblich dazu beigetragen. Die meisten sind völlig sinnfreie Spaßvideos ohne besonderen Hintergrund. Aber wer würde schon gerne auf zeitlose Klassiker wie den kleinen Charlie, sprechende Hunde, wirklich sprechende Hunde oder die Piano Cat verzichten wollen? Alle sind simpel und folgen den gleichen Prinzipien: Kinder, Tiere oder Schmerzen. Und natürlich muss etwas Unerwartetes passieren. Alle oben Genannten wurden millionenfach angeklickt - die Menschen wollen eben unterhalten werden.

In letzter Zeit werden immer öfter solche Hypes “gemacht”. Von Unternehmen und Leuten die Botschaften verbreiten wollen. So wie “KONY 2012“. Anfang März wurde das 30-minütige Video von der Non-Profit-Organisation Invisible Children auf Youtube gestellt. Mit dem Inhalt will ich jetzt niemanden mehr langweilen. Es kennt wahrscheinlich sowieso jeder und es geht hier auch um Internethypes und nicht um Joseph Kony. Jedenfalls war es in den folgenden Tagen kaum möglich, dem Kurzfilm im Web zu entrinnen. Über 30 meiner Freunde auf Facebook haben ihn geteilt. Und so ging es den meisten. Mittlerweile hat das Video über 88 Millionen Klicks.

Als sich dann von vielen Seiten Kritik an dem Film über falsche Darstellungen und fragwürdige Lösungsvorschläge regte, antwortete Invisible Children mit einem zweiten Video. Das steht jetzt nach etwa drei Wochen bei ungefähr 1,9 Millionen Klicks. Das ist jetzt nicht schlecht, aber im Vergleich dazu was vorher los war ist das gar nichts. Das zeigt, wie kurzlebig solche Hypes sind. Auch von der im Video ausgesprochenen Aktion “Cover The Night” hat man nichts gemerkt. Vor drei Tagen hätten sämtliche Städte weltweit über Nacht mit Kony-Plakaten tapeziert werden sollen. Also in Wien zumindest hab ich keins gesehen. Den Like-Button zu drücken ist halt doch einfacher.

APA
KONY 2012-Plakate. Caption: APA

Aber auch die Werbung hat die gehypten Videos für sich entdeckt. Pack deine Botschaft in ein krasses Filmchen und die ganze Welt sieht es. Um die Verbreitung brauchst du dich nicht zu kümmern, das läuft eh von selbst. Wobei ganz so stimmt das auch nicht - wozu gäbe es sonst virale Marketing Manager, die sich nur mit solchen Dingen auseinandersetzen? Trotzdem ist es eine interessante Art und Weise, innerhalb kurzer Zeit Millionen zu erreichen.

Wie’s geht zeigte vor Kurzem erst dieses Machwerk - zigmal auf Facebook und Twitter gesichtet. Knapp 30 Millionen Klicks sprechen für sich. Ähnliches Potential hat auch dieser Clip. Er zeigt schön, wie einsprachig ein gutes Video ist. Jedes Wort ist Französisch, aber jeder verstehts. Eine gute Fernsehwerbung kann auf YouTube ebenfalls schnell zum Hit werden. Den Käse gibt’s in Ägypten, die TV-Spots kennt man aber auch in Österreich.

Delia Baum
Der Rapper Cro. Caption: Delia Baum

Auch Musiker nutzen das Internet häufiger, um bekannt zu werden. In Amerika ist das nichts Neues. Der Rapper Soulja Boy ist zum Beispiel durch ein Video auf Myspace (kann sich noch wer erinnern?) bekannt geworden. Die Folge waren ein Plattenvertrag und ein neues professionelles Musikvideo mit 120 Millionen Klicks. Und da gibt’s auch noch einen anderen Herren, der seine Karriere zu großen Teilen dem Internet zu verdanken hat. Mit Cro gibt’s jetzt eine deutschsprachige Antwort auf die amerikanischen Web-Erfolgsgeschichten. Als er “Easy” auf YouTube veröffentlichte, hatte er zwar schon einen Plattenvertrag, aber das Video trug erheblich zum Hype um seine Person und zur Steigerung seines Bekanntheitsgrades bei. Und wie wir schon wissen: Die Welt liebt Pandas.

Dass das Netz aber auch für andere Künstler hilfreich sein kann, zeigt Devin Graham. Der junge Filmschaffende aus Hawaii lädt unter dem Namen devinsupertramp regelmäßig neue Videos auf Youtube hoch und nutzt das Portal so wie sein Portfolio. In seinen Videos geht es hauptsächlich um Spaß und Unterhaltung. Mittlerweile hält er an Universitäten Vorträge über Youtube und dreht Werbeclips auf der ganzen Welt. Ein paar Millionen Klicks sind für ihn inzwischen beinahe Alltag.

Wann wird wohl der erste österreichische Internethype auftauchen?

Ach so. Ein paar gibt’s ja schon.

(BMI)

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